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Lernen hört nie auf

Lernen klingt nach Schule, Langeweile, Druck, Stress und öden Themen. Doch es geht auch anders: Lernen kann Spaß machen, sogar viel Spaß. Auch für Führungskräfte in der Pflege. Egal welchen Alters.

Kein Meister fällt vom Himmel

„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!“ Diesen Spruch durfte ich mir früher oft von meiner Mathelehrerin anhören. Immer dann, wenn ich gerade wenig schulischen Fleiß an den Tag legte. Es ist ein Lieblingsspruch der Pädagogen, der bis zur Antike zurückgeht, und in etwa meint: Wissen muss man sich in der Jugend aneignen, im Alter ist eh Hopfen und Malz verloren.
 
Zum Glück wird seit einigen Jahren der Inhalt dieser unsinnigen Redensart erfolgreich widerlegt. „Lebenslanges Lernen“ lauten nun die Schlagworte und spiegeln auch mein Verständnis von Mitarbeiterführung wieder – denn wir lernen nie aus. Es gibt immer Tipps und Tricks, Erfahrungen und Wissen, die wir von anderen lernen können. Auch von unseren Mitarbeitern. Mich hat einmal eine Lehrerin meiner Tochter begeistert, die zum Start ihren neuen Grundschülern schrieb: „Ich freue mich schon sehr darauf, dass wir in diesem Schuljahr voneinander lernen werden! Ja, auch ich werde von Euch lernen. Vielleicht habt ihr andere Länder besucht, sprecht eine andere Sprache, könnt bestimmte Dinge besser als ich . . . Wir lernen immer voneinander – egal wie alt wir sind!“ 

Mit offenen Augen durchs Leben gehen

Einige Führungskräfte legen den Anspruch an sich selbst, in allen Belangen besser sein zu müssen als ihre Mitarbeiter. Nicht nur, dass das nahezu unmöglich ist, machen sie sich damit selbst das Leben schwer. Und demotivieren damit auch manchen Mitarbeiter: „Der weiß doch eh immer alles besser . . . “ Und dann gibt’s noch – ob unter Chefs oder Mitarbeitern – die Ewiggestrigen: „Das haben wir immer schon so gemacht!“ Sie pochen auf Beständigkeit, verschließen die Augen vor neuen Ideen und sträuben sich gegen Veränderung. Eine gute Führungskraft geht mit offenen Augen durchs Leben, eignet sich neues Wissen und weitere Fertigkeiten an, gesteht auch mal Fehler ein und setzt frische Ideen um, auch wenn nicht alle von Erfolg gekrönt sind.

Das Handwerkszeug für mehr Gelassenheit

Gerade in den Ausbildungen der Pflegebranche wird das Thema Personalführung sehr stiefmütterlich behandelt. Selbst in den Weiterbildungen für Leitungsaufgaben kommen Führungsmethoden wie Mitarbeiter- und Kritikgespräche, Zeitmanagement, Feedback geben, wertschätzende Kommunikation oder Aufgaben delegieren viel zu kurz. Da müssen sich künftige PDLer zuweilen intensiver mit Klangschalentherapie befassen als mit wichtigen Führungskompetenzen und -instrumenten, die ihnen wirklich im Alltag dabei helfen, ein motivertes Team zu führen. Immer noch gehen viele Chefs davon aus, dass sich der neue Teamleiter schon „einfuchsen“ wird: „Das packen Sie schon!“ Damit legt er nicht nur die Messlatte – ganz ohne Weiterbildung – hoch an, sondern frustriert auch die frischgebackene Führungskraft, bei der sich schnell Selbstzweifel breit machen: „Andere schaffen das doch auch. Warum ich nicht? Vielleicht bin ich nicht geeignet.“ Das kann sein. Muss es aber nicht. Denn wie in jedem anderen Fachbereich auch, braucht es Training und Übung! Und einen Handwerkskoffer voller Methoden für eine wertschätzende Mitarbeiterführung: Nur so entwickeln junge Leitungskräfte in der Pflege Selbstsicherheit, Gelassenheit und Spaß an der Mitarbeiterführung.

Lernen darf Spaß machen

Dabei darf Lernen durchaus Spaß machen. So wie mit meiner fantastischen Metalog-Gruppe auf dem Weg zum zertifizierten EOL-Trainer (Erfahrungsorientiertes Lernen). Vier Jahre ist es schon wieder her, dass wir bei Sekt und O-Saft den Abschluss unserer viermonatigen Ausbildung zelebriert haben. Doch keine Sorge: Die nächste packende Weiterbildung steht schon vor der Tür. Falls Sie noch eine Inspiration benötigen, sprechen Sie uns an!

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